Geschafft: Sechs Absolventinnen der Berufsfachschule für Logopädie an der Akademie der UMM haben gestern ihr Examen bestanden. Hinter ihnen liegen mehrere Monate intensiver Prüfungen, und eine besondere Ausbildungszeit, die für die Klasse mit einem Wechsel von Darmstadt nach Mannheim verbunden war.
Für die sechs Absolventinnen war der Prüfungstag ein besonderer Moment. Seit Mai hatten sie sich Schritt für Schritt durch den umfangreichen Prüfungsmarathon gearbeitet. „Es war eine harte Zeit, vor allem mit den zahlreichen Prüfungen seit Mai“, erzählt Paula Schäkermann, die jetzt frisch examinierte Logopädin ist. Umso wichtiger sei der Zusammenhalt innerhalb der Klasse gewesen: „Wir haben als Klasse sehr gut zusammengehalten und uns gegenseitig unterstützt.“ Nach dem erfolgreichen Abschluss sei die Freude entsprechend groß gewesen. „Wir sind jetzt unfassbar stolz und haben uns schon in Tränen in den Armen gelegen. Es ist eine große Belohnung nach der harten Arbeit.“
Prüfungen über mehrere Monate
Der Weg zum Examen ist anspruchsvoll und erstreckt sich über mehrere Monate. Den Auftakt bilden in der Regel ab Mai die praktischen Prüfungen. Dabei behandeln die Auszubildenden zunächst einen ihnen bereits bekannten Patienten, bevor sie anschließend mit einem völlig unbekannten Patienten arbeiten müssen.
Im August folgen fünf schriftliche Prüfungen, im September schließlich fünf mündliche Prüfungen. Für den diesjährigen Jahrgang kam eine weitere besondere Herausforderung hinzu: Die Auszubildenden hatten ihre Ausbildung ursprünglich in Darmstadt begonnen und waren im Verlauf der Ausbildung mit der Schule an die Akademie nach Mannheim gewechselt. Der damit verbundene Neustart war für viele auch mit Sorgen und Unsicherheiten verbunden. Dass die sechs Absolventinnen ihre Ausbildung nun erfolgreich abgeschlossen haben, ist vor diesem Hintergrund umso höher einzuschätzen.
Für Schulleiter Sven Wieggrebe war das Examen ebenfalls ein besonderer Moment. „Auch für mich ist das besonders, weil es mein erstes Examen als Schulleiter war“, sagt er. „Ich war ähnlich nervös wie die Absolventinnen und bin jetzt sehr froh und stolz, dass alles so gut über die Bühne gegangen ist.“ Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, über den langen Prüfungszeitraum hinweg die Spannung aufrechtzuerhalten.
Gute Grundlage für den Berufsstart
Mit dem erfolgreichen Examen endet für die sechs Logopädinnen nun die Ausbildungszeit, gleichzeitig beginnt ein neuer Abschnitt. „Wir haben in der Ausbildung sehr gute Grundlagen gelegt und haben auch praktisch schon viel mitgenommen“, sagt Schäkermann. Gleichzeitig sei allen bewusst, dass das Lernen mit dem Abschluss nicht aufhöre: „Natürlich ist es aber nur der Anfang und auch in der Zukunft wird noch viel passieren und wir werden noch viel lernen.“
Für Schäkermann stand der Berufswunsch schon früh fest. „Ich wusste schon immer, dass ich mit Menschen arbeiten will und ihnen eine Stimme geben möchte.“ Besonders schätzt sie die Vielfalt des Berufs: Logopädinnen arbeiten mit Menschen unterschiedlichen Alters und in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. „Der Beruf ist super abwechslungsreich und besonders“, sagt sie.
Auch Wieggrebe betont die Bedeutung des Berufs: „Der Beruf ist sehr spannend, weil man Menschen hilft, die nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr kommunizieren können.“ Für die frisch Examinierten beginne nun der nächste Schritt. Sie würden ihren eigenen Weg gehen und Erfüllung in ihrem Berufsalltag finden, gleichzeitig aber auch weiterhin viel lernen, so der Schulleiter.
Fundierte Ausbildung mit Perspektive
Die dreijährige Ausbildung an der Akademie der UMM verbindet theoretische Grundlagen mit praxisnahen Erfahrungen am Universitätsklinikum Mannheim. Die Auszubildenden profitieren unter anderem von einer tariflichen Vergütung nach TVöD, 30 Urlaubstagen pro Jahr sowie einem Curriculum auf Grundlage der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopäden (LogAPrO).
Mit ihrem Abschluss stehen den Absolventinnen vielfältige berufliche Möglichkeiten offen. Sie können beispielsweise in Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen, logopädischen Praxen oder Sprachheilkindergärten arbeiten. Darüber hinaus sind eine selbstständige Tätigkeit, ein anschließendes Studium oder eine berufliche Perspektive in Lehre und Forschung möglich.
Zweiter Abschlussjahrgang
Mit dem erfolgreichen Examen verabschiedet die Berufsfachschule für Logopädie ihren zweiten Abschlussjahrgang. Die Schule wurde im Oktober 2024 eröffnet und ist damit die jüngste Erweiterung des Ausbildungsangebots der Akademie.
Für die sechs Absolventinnen beginnt nun der Berufsalltag. Nach Monaten des Lernens, Prüfens und gemeinsamen Durchhaltens steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: die Freude über das Erreichte und der Blick auf das, was vor ihnen liegt.
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