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PhLo: Gemeinsam lernen, über den eigenen Tellerrand blicken

Auszubildende der Logopädie- und der Physiotherapieschule lernen gemeinsam beim PhLo

Physiotherapie und Logopädie arbeiten an der Akademie UMM schon während der Ausbildung Hand in Hand. In einem interprofessionellen Lernformat lernen die Auszubildenden die Perspektiven, Untersuchungsmethoden und Arbeitsweisen des jeweils anderen Berufs kennen.

Wie untersucht eine Logopädin einen Patienten? Worauf achtet ein Physiotherapeut bei der Befunderhebung? Und an welchen Stellen ergänzen sich beide Berufsgruppen in ihrer Arbeit? Mit solchen Fragen beschäftigen sich die Auszubildenden der Physiotherapie- und Logopädieschule an der Akademie UMM im Rahmen von PhLo. Das interprofessionelle Lernformat bringt beide Berufsgruppen bereits während ihrer Ausbildung zusammen und schafft Raum für Austausch, gemeinsames Lernen und neue Perspektiven.

Das Projekt ist aus dem Wunsch entstanden, die beiden Therapieberufe von Anfang an stärker miteinander zu vernetzen. „Die Logopädie und die Physiotherapie sollen sich schon während der Ausbildung besser kennenlernen und eng zusammenarbeiten. Aus meinem Studium heraus ist dann die Idee für PhLo entstanden“, erklärt Sonja Sauer, Lehrlogopädin an der Akademie UMM und Projektkoordinatorin. Der Name ist dabei nicht vorgegeben gewesen: Die Auszubildenden haben ihn selbst ausgesucht.

Insgesamt sieben Veranstaltungen begleiten die Kurse über die gesamte Ausbildungszeit hinweg. Dabei stehen unterschiedliche Schwerpunkte im Mittelpunkt, die den Blick auf die jeweils andere Profession schärfen und die Zusammenarbeit fördern. Bei der zweiten PhLo-Veranstaltung ging es um Befunderhebung und Schnittstellen zwischen Physiotherapie und Logopädie.

Diagnostik aus zwei Perspektiven

In interprofessionell gemischten Gruppen erhielten die Auszubildenden zunächst ein gemeinsames Fallbeispiel. Anschließend teilten sie sich nach ihren jeweiligen Professionen auf, planten ihre diagnostischen Schritte und führten diese gegenseitig durch. Dabei übernahmen sie abwechselnd die Rolle der Untersuchenden und der Patientinnen und Patienten. Sie erklärten ihre Vorgehensweise, erläuterten die Hintergründe ihrer Untersuchungsmethoden und ordneten die möglichen Symptome dem jeweiligen Fallbeispiel zu.

Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die eigene Diagnostik. Vielmehr sollten die angehenden Therapeutinnen und Therapeuten verstehen, worauf die jeweils andere Berufsgruppe achtet und welche Erkenntnisse für die eigene Arbeit hilfreich sein können. Wo gibt es Überschneidungen? An welchen Stellen können sich Physiotherapie und Logopädie ergänzen? Und wie lässt sich die Zusammenarbeit im Sinne der Patientinnen und Patienten gestalten?

Ihre Beobachtungen und Erkenntnisse hielten die Gruppen anschließend auf digitalen Postern fest. Neben den Fallbeispielen und den durchgeführten Untersuchungen dokumentierten sie insbesondere ihre Erfahrungen aus der interprofessionellen Zusammenarbeit. Bei der abschließenden Präsentation im Plenum konnten alle Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen und voneinander lernen.

Gemeinsam lernen – gemeinsam besser arbeiten

Dass das Konzept aufgeht, zeigt sich für Sonja Sauer bereits im bisherigen Feedback. Die Auszubildenden beider Schulen hätten sich durch PhLo deutlich besser kennengelernt. Teilweise verbringen sie inzwischen sogar ihre Pausen gemeinsam und tauschen sich auch außerhalb der Veranstaltungen aus. „Das ist natürlich genau das, was wir erreichen wollen. Wir haben viele Schulen unter einem Dach. Da ist es immer gut, über den eigenen Tellerrand zu blicken“, sagt Sauer.

Denn interprofessionelle Zusammenarbeit ist weit mehr als ein guter Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen. Wenn verschiedene Berufsgruppen ihre Kompetenzen zusammenbringen, Informationen teilen und gemeinsame Behandlungsziele verfolgen, profitieren auch die Patientinnen und Patienten. Eine enge Abstimmung kann die Patientensicherheit und die Patientenzufriedenheit stärken. Gleichzeitig trägt sie zu einer höheren Zufriedenheit der Mitarbeitenden bei.

Mit PhLo schafft die Akademie UMM dafür frühzeitig die Grundlagen. Die Auszubildenden lernen nicht nur die Arbeitsweise der jeweils anderen Profession kennen, sondern entwickeln auch ein Verständnis dafür, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen im späteren Berufsalltag ist. So wird interprofessionelle Zusammenarbeit nicht erst im Berufsleben selbstverständlich, sondern von Beginn an Teil der Ausbildung.

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